Suchmaschinenoptimiertes Übersetzen

Mit einer Website, einem Blog, Inhalten und Texten, die online präsentiert werden, verfolgen Unternehmen konkrete Ziele: sich zu präsentieren, Produkte oder Dienstleistungen anzubieten und mehr Menschen zu erreichen. Der letzte Punkt lässt sich entscheidend durch eine gute Platzierung bei Anfragen über eine Suchmaschine (in über 90 % der Fälle Google) erzielen.

 

Lokalisierung der Inhalte

Eine Vielzahl an Parametern verbessert die Platzierung auf Google, einer davon ist der optimierte Text. Dieser ist nicht nur optimal in Absätze mit Unter-Überschriften strukturiert, er enthält auch wichtige Keywords (Wörter oder Phrasen, nach denen potentielle Kunden suchen) genau an der richtigen Stelle – vom Domain-Namen bis hin zur richtigen Streuung im Fließtext. Was ist dann zu beachten, wenn man diesen Text nun übersetzen (lassen) will? Der Übersetzung wird an den Zielmarkt angepasst, also lokalisiert. Im ersten Schritt müssen je nach Region neue Keywords definiert werden.

 

Ein sprachlicher Seiltanz

Jetzt beginnt ein Seiltanz für die Sprachexpert*in: Wann, wo und wie häufig vordefinierte Keywords in der Übersetzung vorkommen sowie die Struktur des Textes sind bei suchmaschinenoptimierter Übersetzung in Stein gemeißelt. Rund um die Keywords muss die Übersetzung so formuliert werden, dass sie dennoch alle Qualitätsmerkmale erfüllt: Vollständigkeit gegenüber dem Ausgangstext, grammatikalische Korrektheit, Anpassung an den Adressaten und die Kultur und Stil. Zusätzlich ist die Online-Präsenz eines Unternehmens gleichzeitig die digitale Visitenkarte, die dessen Werte spiegeln soll. Den Spagat zwischen diesen Anforderungen an die Übersetzung kann man mit Kreativität und Fingerspitzengefühl – und manchmal auch etwas Pragmatismus – bewältigen.

 

Mensch oder Maschine?

Stolpersteine für Keywords sind vor allem Komposita, die beim Gebrauch der Suchmaschine nicht immer grammatikalisch korrekt eingesetzt werden. Wer beispielsweise „Damenstiefel“ sucht, tippt bei Google eher „Damen Stiefel oder sogar „Stiefel Damen ein. Wird nun die Phrase „Damen Stiefel aufgrund des höheren Suchvolumens als Keyword definiert, muss sie genau so in die Übersetzung – obwohl das grammatikalisch nicht richtig ist. Um solche sprachlichen Sackgassen zu lösen, lohnt es sich, Sprachexpert*innen in den Prozess einzubeziehen und abzuwägen, was wichtiger ist. Die Suchmaschinenoptimierung oder ein korrekter Text, der das Unternehmen bestmöglich repräsentiert? Wird die Übersetzung an die Maschine oder an den Menschen angepasst?